Die Geschichte hinter Lorenz Laurent

Wohnraum mit Holzmöbeln, Naturstein und Textilien in warmen, gedeckten Tönen – Lorenz Laurent Home

Ich habe Tischler gelernt. Nicht als Umweg, sondern weil mich interessiert hat, wie Möbel zusammengehalten werden. Meine Ausbildung habe ich bei F/List gemacht, einem Betrieb in Niederösterreich, der Innenausbau für Privatjets und Yachten fertigt. Dort ist eine Fuge von einem halben Millimeter ein Fehler.

Das prägt den Blick. Man schaut anders auf ein Möbel, wenn man weiß, wie viel Arbeit in der Kante steckt, die niemand bemerkt.

Warum ich nichts selbst baue

Das ist der Punkt, an dem die meisten Marken anfangen zu schwindeln, also sage ich es direkt: Lorenz Laurent hat keine Werkstatt. Ich fertige nichts selbst. Es gibt keine Manufaktur im Hinterhof, keine Hobelbänke, keine Holzspäne auf Fotos.

Der Grund ist einfach. Eine eigene Produktion aufzubauen würde bedeuten, sich auf ein Material und eine Kategorie festzulegen. Mich interessiert die andere Seite: aus dem, was es weltweit gibt, das herauszusuchen, was wirklich taugt. Das ist eine andere Arbeit, aber es ist auch eine.

Was die Ausbildung tatsächlich bringt

Ein gelernter Blick sieht auf einem Produktfoto Dinge, die sonst untergehen.

Ob eine Kante umleimt ist oder das Material dort einfach aufhört. Ob die Plattenstärke zur Spannweite passt oder ob der Tisch in zwei Jahren durchhängt. Ob ein Gestell verschweißt oder verschraubt ist und was das für Wackeln nach dem dritten Umzug bedeutet. Ob eine Rückwand eingenutet oder aufgetackert ist.

Dazu kommt das Gewicht. Eine Angabe in Kilogramm verrät mehr über ein Möbel als jede Materialbeschreibung, weil sie sich nicht schönreden lässt. Wo sie fehlt, ist das meist Absicht.

Ich wähle nach diesen Kriterien aus, nicht danach, was gerade auf Pinterest funktioniert.

Was Lorenz Laurent nicht ist

Kein Sortiment, das so breit ist, dass niemand mehr weiß, was darin steht. Keine erfundenen Herkunftsgeschichten. Und kein Shop, der jedes Objekt zum Unikat erklärt.

Ein Teil der Produkte kommt aus Serienfertigung. Das steht dann auch so da. Ich halte das für den wichtigeren Vertrauensbeweis als jede Handwerkserzählung: Wer ehrlich sagt, was industriell gefertigt ist, dem glaubt man auch, wenn er von Handarbeit spricht.

Woher die Stücke kommen

Das Sortiment stammt aus rund zwanzig Ländern. Am stärksten vertreten ist Sri Lanka, vor allem durch eine Serie aus recyceltem Papier. Danach folgen Frankreich, Spanien und Portugal etwa gleichauf, dazu Indonesien für Teakholz sowie die Türkei und Indien für Teppiche und Naturstein. Einzelne Stücke kommen aus Italien, Dänemark, Österreich, Deutschland, Belgien, Finnland, Lettland, Marokko, Brasilien, den Niederlanden und China.

Diese Aufzählung ist kein Selbstzweck. Es sind Länder mit einer gewachsenen Tradition für das jeweilige Material. Teak wird dort verarbeitet, wo es wächst. Teppiche entstehen dort, wo das Handwerk seit Generationen zu Hause ist. Naturstein kommt aus den Regionen, in denen er gebrochen wird.

Der Punkt dabei ist die Reihenfolge: Die Auswahl folgt dem Material, nicht dem Land. Ein Herkunftsland allein ist kein Qualitätsmerkmal, und ein europäischer Stempel macht aus einem schlecht verarbeiteten Möbel kein gutes.

Auch China steht in dieser Liste, und das bleibt so stehen. Ein Teil der Serienfertigung kommt von dort. Es wäre der einfachere Weg, das nicht zu erwähnen, aber es wäre der falsche.

Wie ausgewählt wird

Ein Stück muss drei Fragen überstehen. Ist das Material das, was es zu sein vorgibt? Hält die Konstruktion, was die Form verspricht? Und verändert das Objekt einen Raum, oder füllt es ihn nur?

Die letzte Frage ist die, an der die meisten Produkte scheitern. Vieles ist gut gemacht und trotzdem beliebig. Ich suche das Gegenteil: Stücke, die man nach fünf Jahren nicht austauschen will, weil man sich an ihnen nicht sattgesehen hat.

Die Marke wächst langsam, und das ist so gewollt. Lieber ein Produkt weniger im Shop als eines, bei dem ich zucken würde, wenn jemand nachfragt.

Worum es am Ende geht

Ein Zuhause sollte nicht aus Dingen bestehen, die man zufällig kauft. Es sollte aus Stücken bestehen, die bleiben dürfen.

Häufige Fragen

Fertigt Lorenz Laurent Home eigene Möbel?
Nein. Lorenz Laurent ist ein kuratierter Shop ohne eigene Produktion und ohne eigene Werkstatt. Alle Stücke stammen von ausgewählten Herstellern.

Wer steht hinter Lorenz Laurent?
Marcel Doppelreiter, gelernter Tischler mit Ausbildung bei F/List, einem österreichischen Betrieb für Innenausbau in Privatjets und Yachten.

Aus welchen Ländern stammen die Produkte?
Aus rund zwanzig Ländern. Den Schwerpunkt bildet Sri Lanka mit einer Serie aus recyceltem Papier, gefolgt von Frankreich, Spanien und Portugal. Dazu kommen unter anderem Indonesien für Teakholz sowie die Türkei und Indien für Teppiche und Naturstein.

Wonach werden Produkte ausgewählt?
Nach Material, Konstruktion und Wirkung im Raum. Konkret: Kantenverarbeitung, Plattenstärke, Verbindungen, Gewicht und die Frage, ob ein Stück länger trägt als eine Saison.

Sind alle Produkte handgefertigt?
Nein. Ein Teil des Sortiments stammt aus Serienfertigung, ein Teil davon aus China. Wo das so ist, steht es in der Produktbeschreibung.

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