Mietwohnung einrichten: viel Wirkung ohne Umbau

Mietwohnung mit Teppich, Vorhängen und Leuchten als Einrichtung ohne bauliche Eingriffe – Lorenz Laurent Home

In einer Mietwohnung sind die großen Flächen vorgegeben: Boden, Wände, Fenster, Küche. Genau deshalb lohnt es sich, den Blick auf die Dinge zu richten, die tatsächlich veränderbar sind – und die wirken oft stärker als ein Umbau.

Licht ist der größte Hebel

Die meisten Mietwohnungen haben eine Deckenleuchte pro Raum, oft die vom Vormieter. Sie bestimmt die gesamte Stimmung, und sie ist das Erste, was sich ohne Eingriff ändern lässt.

Mehrere Steh- und Tischleuchten verändern eine Wohnung mehr als neue Möbel. Der Grund ist einfach: Eine einzelne Lichtquelle an der Decke erzeugt flaches, gleichmäßiges Licht, das jeden Raum kahler wirken lässt. Verteilt sich das Licht stattdessen auf mehrere Punkte auf unterschiedlicher Höhe – Boden, Beistelltisch, Sideboard –, entstehen Zonen, und der Raum bekommt Tiefe.

Hilfreich ist es, bei den Leuchtmitteln in einer Farbtemperatur zu bleiben. Warmes Licht in allen Leuchten eines Raumes wirkt ruhig; mischen sich warme und kalte Töne, entsteht Unruhe, ohne dass sich der Grund sofort benennen lässt. Dimmbare Leuchten oder Zwischenstecker mit Schalter erweitern den Spielraum zusätzlich, ohne dass an der Elektrik etwas verändert wird.

Sitzt die Deckenleuchte an einer Stelle, an der sie nicht gebraucht wird, lässt sich das Kabel mit einem Haken versetzen. Bohrlöcher lassen sich beim Auszug verspachteln und überstreichen – was im konkreten Fall vereinbart ist, steht im Mietvertrag, und ein Blick hinein lohnt sich vorher.

Vorhänge höher und breiter

Standardmäßig montierte Vorhangstangen sitzen knapp über dem Fensterrahmen und genau so breit wie das Fenster. Beides lässt sich mit zwei Bohrungen ändern.

Näher an die Decke gehängt und deutlich breiter montiert, wirkt das Fenster größer und der Raum höher. Das Auge liest die Vorhangkante als obere Begrenzung des Fensters, nicht den Rahmen dahinter. Reicht der Stoff zusätzlich bis knapp über den Boden, entsteht eine durchgehende senkrechte Linie, die den Raum streckt.

Damit das funktioniert, braucht es genug Stoffbreite. Hängen die Bahnen im geöffneten Zustand seitlich neben dem Fenster statt davor, bleibt das Tageslicht vollständig erhalten. Ein Stoff mit etwas Gewicht fällt dabei ruhiger als ein sehr leichter. Es ist der Eingriff mit dem größten Effekt pro Aufwand – und zurück bleiben zwei Bohrlöcher, die sich beim Auszug wieder schließen lassen.

Mit dem Boden arbeiten, nicht gegen ihn

Vorhandene Böden sind selten die eigene Wahl. Ein gelblicher Laminatboden oder graue Fliesen lassen sich nicht wegdiskutieren – aber abmildern.

Große Teppiche decken Fläche ab und geben Struktur. Wichtig ist die Farbrichtung: Ein Teppich, der den Unterton des Bodens aufnimmt, lässt ihn ruhiger wirken; einer im Gegenton betont ihn. Bei einem gelbstichigen Boden hilft ein warmer, sandfarbener Teppich mehr als ein kalter grauer.

Ebenso wichtig ist die Größe. Ein zu kleiner Teppich lässt den Boden ringsum stärker hervortreten und den Raum kleiner wirken. Als Orientierung gilt, dass zumindest die vorderen Füße der umstehenden Möbel auf dem Teppich stehen sollten – dann liest sich die Sitzgruppe als zusammenhängende Fläche und nicht als Ansammlung einzelner Stücke.

Ohne Bohren geht mehr, als man denkt

Bilder lassen sich anlehnen statt aufhängen – auf einem Sideboard, einer Konsole oder direkt am Boden hinter einem Möbel. Das wirkt beiläufiger als eine gerahmte Wand und ist jederzeit veränderbar.

Regale, die zwischen Boden und Decke geklemmt werden, tragen erstaunlich viel. Und freistehende Garderoben oder Raumteiler ersetzen Wandmontagen vollständig.

Für leichtere Dinge gibt es Klebehaken und Klebestreifen, die sich rückstandsfrei wieder lösen lassen. Sie halten allerdings nur auf glattem, sauberem und tragfähigem Untergrund; auf Raufaser, offenporigem Putz oder frisch gestrichenen Wänden ist das Ergebnis unzuverlässig. Und für Vorhänge in Fensternischen oder Stangen in der Dusche gibt es Klemmlösungen, die allein durch Druck zwischen zwei Wänden halten.

In Dinge investieren, die mitziehen

Der wichtigste Unterschied zwischen Miete und Eigentum ist nicht gestalterisch, sondern wirtschaftlich: Was fest verbaut wird, bleibt zurück.

Deshalb lohnt Geld eher in Dinge, die beim nächsten Umzug mitkommen – Möbel, Leuchten, Teppiche, Objekte. Sie funktionieren in der nächsten Wohnung wieder, während eine gestrichene Wand oder eine fest montierte Duschwand in der Wohnung zurückbleibt.

Beweglich zu denken heißt auch, eher zurückhaltende Formen und Maße zu wählen. Ein Stück, das nur zu einem bestimmten Grundriss oder einer bestimmten Wandfarbe passt, verliert beim Umzug seinen Platz. Ruhige Töne, klare Formen und Maße, die nicht auf eine einzige Nische zugeschnitten sind, überstehen mehrere Wohnungen.

Ein gutes Sitzmöbel oder ein langlebiges Objekt aus Stein, Holz oder Keramik begleitet auf diese Weise mehrere Umzüge. Das ist der stille Vorteil beweglicher Einrichtung.

Häufige Fragen

Was verändert eine Mietwohnung am stärksten?
Licht. Mehrere Steh- und Tischleuchten wirken stärker als neue Möbel und lassen sich ohne Eingriff in die Wohnung ändern.

Wie hängt man Vorhänge in der Mietwohnung?
Näher an der Decke und breiter als das Fenster. Zwei Bohrungen genügen, und sie lassen sich beim Auszug wieder schließen.

Was tun bei einem unschönen Boden?
Große Teppiche, die den Unterton des Bodens aufnehmen, statt dagegen zu arbeiten. Zu klein sollte der Teppich dabei nicht ausfallen.

Was geht ohne Bohren?
Bilder anlehnen, Klemmregale zwischen Boden und Decke, freistehende Garderoben und Raumteiler sowie Klebehaken für leichte Dinge auf glattem Untergrund.

Worin lohnt sich das Geld in der Miete?
In beweglichen Dingen – Möbel, Leuchten, Teppiche, Objekte. Fest Verbautes bleibt beim Auszug zurück.

Alle Leuchten im Shop ansehen
Alle Teppiche im Shop ansehen
Alle Dekorationsobjekte im Shop ansehen

Weiter in Räume